Sensibilisierung für Fremdsprachen

„Wir werden alle vielsprachig geboren“ lautet ein Buchtitel von Alfred Tomatis. Warum fällt es dann  so schwer, fremde Sprachen zu lernen?
 
Das Gehirn stellt sich über das Ohr auf ein bestimmtes Frequenzspektrum der Muttersprache ein.  Das „deutsche Ohr“ ist z.B. zwischen 125 und 3000 Hz besonders trainiert. Das italienische zwischen 2000 und 4000 Hz. Das russische dagegen verfügt über eine sehr große Bandbreite von 125 bis zu 12000 Hz, was die Sprachbegabung der Slaven erklärt. Sprachen leicht zu lernen bedeutet also in erster Linie, sein Ohr auf die Frequenzen einer fremden Sprache einstellen zu können. Die Schwierigkeit, eine Sprache zu erlernen, ist dagegen nichts anderes als eine Art von Schwerhörigkeit im Hinblick auf ein bestimmtes sprachliches Frequenzmuster.

 

Was bewirkt Tomatis-Horchtraining?

Zunächst erhält die übende Person während der passiven Phase ein Klangbad durch die Stimme eines Muttersprachlers in der zu erlernenden Sprache. In der darauf folgenden aktiven Phase spricht die übende Person Wörter oder Sätze der Fremdsprache in ein Mikrophon, das an den Brain Activator (BA) angeschlossen ist. Unterstützt durch bestimmte Filter und Einstellungen, empfängt der Lernende das gewandelte Sprachsignal auf seinem Kopfhörer. Dies gibt ihm die Möglichkeit, sich selbst in einer sprachlich ideal angepassten Weise zu hören. Nach und nach setzt ein Gewöhnungseffekt ein. Die Person hat ihre akustische Anpassung an die Fremdsprache erreicht.  

 

Es empfiehlt sich, vor dem Erlernen einer neuen Fremdsprache einen Hörtest zu machen. Zeigen sich dabei  Schwächen in den Frequenzen oberhalb von 2000 Hz, ist es bspw. schwierig, Englisch lernen zu wollen, da das Frequenzband dieser Sprache sehr hoch liegt. Ein Sprachtraining (= Horchtraining) hilft bei der akustischen Anpassung. Es fördert außerdem die kognitiven Leistungen und die Konzentration, was zusätzlich hilfreich ist, denn das Lernen von Vokabeln und Grammatik kann nicht ersetzt werden!